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Bidriware: Die königliche Schwarzmetallkunst von Bidar
Bidriware zählt zu den markantesten Metallkunsthandwerken Indiens und ist bekannt für seine tiefschwarze Oberfläche und die feinen Silberintarsien. Der Name leitet sich von Bidar ab, einer historischen Stadt in Karnataka, die seit Jahrhunderten das Zentrum der Bidriware-Produktion bildet. Bidriware ist mehr als nur dekorative Kunst; sie verkörpert eine Verschmelzung von Geschichte, Kultur, königlicher Förderung und meisterhafter Handwerkskunst, die sich über die Zeit weiterentwickelt hat.
Diese Metallkunst erlangte Bekanntheit durch ihren markanten Kontrast: leuchtend silberne Muster vor einem tiefschwarzen Metallgrund. Heute wird Bidriware sowohl in Indien als auch international als Symbol für raffinierte traditionelle Handwerkskunst bewundert.

Bidar erlangte im 14. und 15. Jahrhundert historische Bedeutung, als es zur Hauptstadt des Bahmani-Sultanats wurde. In dieser Zeit entwickelte sich Bidar zu einem bedeutenden Zentrum für Kunst, Architektur, Wissenschaft und Kultur. Die Herrscher der Bahmani-Dynastie förderten aktiv den künstlerischen Ausdruck und luden talentierte Handwerker aus aller Welt ein.
Die Stadt wurde zu einem Treffpunkt indischer und persischer Kulturen , und dieser kulturelle Austausch legte den Grundstein für mehrere neue Kunstformen, darunter Bidriware.
Die Ursprünge der Bidriware sind eng mit Abdullah bin Kaiser , einem Metallhandwerker aus dem Iran, verbunden. Sultan Ahmed Shah Bahmani lud ihn nach Bidar ein, um bei der Ausgestaltung der königlichen Paläste und Hofgebäude mitzuwirken. Persische Kunsthandwerker wie Kaiser brachten fortschrittliche Techniken der Metalldekoration und Intarsienarbeit mit.
Statt allein zu arbeiten, kooperierten diese ausländischen Handwerker mit einheimischen indischen Künstlern. Aus dieser Partnerschaft entstand eine neue Metallkunst, die persische Designelemente mit indischer Handwerkskunst verband. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus das, was wir heute als Bidriware kennen.
Bidriware entwickelte sich als luxuriöses Kunsthandwerk, das hauptsächlich für königliche Haushalte bestimmt war. Die hergestellten Stücke wurden in Palästen, Höfen und Adelshäusern verwendet. Aufgrund der Silberintarsien und der aufwendigen Designs wurde Bidriware schnell zu einem Symbol für Status und Reichtum .
Der schwarze Metallsockel war in der indischen Metallkunst bis dahin völlig neu. Diese optische Einzigartigkeit trug dazu bei, dass sich Bidriware von anderen damals in Indien üblichen Messing- und Bronzearbeiten abhob.

Mit dem Rückgang der königlichen Förderung im Laufe der Jahrhunderte überlebte die Bidriware durch familiäre Traditionen . Das Wissen um das Handwerk wurde von einer Generation zur nächsten weitergegeben, hauptsächlich innerhalb der lokalen muslimischen und Lingayat-Gemeinschaften in und um Bidar.
Jede Generation verfeinerte die Techniken und bewahrte dabei die Kernidentität des Handwerks. Dieses starke Engagement der Gemeinschaft sorgte dafür, dass Bidriware auch in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Umbrüche nicht verschwand.
Die historischen Designs der Bidriware spiegeln eine reiche Mischung kultureller Einflüsse wider. Persische Blumenmuster, geometrische Motive, arabische Kalligrafie und indische Dekorationselemente fanden alle ihren Platz in der Geschichte der Bidriware.
Zu den gängigen historischen Motiven gehörten:
Kletterpflanzen und Blumen
Geometrische Bordüren
stilisierte Pflanzenformen
Religiöse Inschriften
Diese Verschmelzung künstlerischer Traditionen verlieh Bidriware einen zeitlosen Reiz und trug dazu bei, dass es auch über regionale Grenzen hinaus Anerkennung fand.
Ursprünglich waren Bidriware-Gegenstände hauptsächlich Gebrauchsgegenstände des Adels. Im Laufe der Zeit, mit dem Wandel der Lebensgewohnheiten, passte sich das Handwerk neuen Geschmäckern und Bedürfnissen an. Die Geschichte der Bidriware zeigt, wie sich eine Kunstform weiterentwickeln kann, ohne ihre Traditionen zu verleugnen.
Trotz Herausforderungen wie dem Wettbewerb in der Industrie und sich ändernden Verbraucherpräferenzen konnte Bidriware dank seiner starken historischen Identität und seines künstlerischen Wertes weiterhin überleben.
Im modernen Indien erfuhr Bidriware formale Anerkennung, als ihm im Jahr 2006 der Status einer geografischen Angabe (GI) verliehen wurde. Diese Anerkennung würdigte die historischen Wurzeln, die regionale Einzigartigkeit und die kulturelle Bedeutung von Bidriware.
Die Registrierung als geografische Angabe (GI) trug dazu bei, die Identität von Bidriware als traditionelles Handwerk von Bidar zu stärken und seine historische Bedeutung im indischen Handwerkserbe hervorzuheben.
| Details | Information |
|---|
| Name des g.g.A.-registrierten Produkts | Bidriware |
| Bundesstaat(en) | Karnataka |
| Zertifikatsdatum | 30.01.2006 |
| Name und Adresse des Antragstellers |
Karnataka State Handicrafts Development Corporation Limited, 45, Mahatma Gandhi Road, Bangalore – 560 001 |
Heute ist Bidriware nicht nur ein Dekorationsobjekt, sondern ein lebendiges Zeugnis der mittelalterlichen indischen Geschichte . Museen, Sammler und Kunstliebhaber schätzen Bidriware aufgrund ihrer Verbindung zu Königshöfen, kulturellem Austausch und traditionellen Wissenssystemen.
Die Geschichte von Bidriware zeigt, wie Kunst Jahrhunderte überdauern kann, wenn sie durch gemeinschaftliche Fähigkeiten, kulturellen Stolz und historische Relevanz unterstützt wird.
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