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Das Metallhandwerk von Moradabad blickt auf eine jahrhundertealte Tradition zurück, die in der Stadt Moradabad in Uttar Pradesh während der Mogulzeit ihren Ursprung hat. Weltweit bekannt für seine kunstvollen Messingarbeiten, trägt Moradabad aufgrund seiner führenden Rolle in der Messingverarbeitung den Beinamen „Peetal Nagri“ (Stadt der Messingarbeiten). Das Handwerk entwickelte sich zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert, als die Mogulherrscher talentierte Kunsthandwerker zur Herstellung dekorativer und gebrauchter Metallgegenstände anregten. Im Laufe der Zeit wurde das Metallhandwerk von Moradabad zu einem international anerkannten Symbol des indischen Metallerbes.

Die Wurzeln der Metallkunst von Moradabad reichen bis in die Mogulzeit zurück, als persisch inspirierte Metalldesigns mit einheimischen indischen Techniken verschmolzen. Die Mogulhöfe verlangten kunstvoll geschnitzte Metallobjekte für Paläste, Moscheen und königliche Haushalte. Diese Nachfrage zog talentierte Metallarbeiter aus verschiedenen Regionen an, die sich in Moradabad niederließen und kleine, familiengeführte Werkstätten gründeten.
Der Reichtum an Fachkräften, der Zugang zu Rohmetallen wie Messing und Kupfer sowie die königliche Förderung ermöglichten dem Metallhandwerk in Moradabad eine Blütezeit. Über Generationen hinweg wurden die Techniken mündlich und praktisch innerhalb der Handwerkerfamilien weitergegeben, wodurch die Kontinuität des Handwerks gesichert wurde.
Während der britischen Kolonialzeit entwickelte sich das Metallhandwerk in Moradabad von königlicher Förderung zu kommerzieller Produktion. Britische Händler erkannten das Exportpotenzial der Messingwaren aus Moradabad und führten sie auf den europäischen Märkten ein. Dekorative Gegenstände, Lampen, Schalen, Tabletts und Ziergegenstände erfreuten sich in Übersee großer Beliebtheit.
Nach der Unabhängigkeit wandelte sich das Handwerk zu einer strukturierten Heimindustrie. Tausende Haushalte in Moradabad begannen, kleine Werkstätten in ihren Häusern zu betreiben. Dieses dezentrale Produktionsmodell trug dazu bei, traditionelle Fertigkeiten zu bewahren und gleichzeitig die Designs an den globalen Geschmack anzupassen.
Eine der wichtigsten traditionellen Methoden der Metallverarbeitung in Moradabad ist der Sandguss. Dabei wird mit einer speziellen Sandmischung eine Form erstellt. Geschmolzenes Metall wird in diese Form gegossen und kühlt anschließend an der Luft ab. Nach dem Erstarren wird das Metallstück aus der Sandform entnommen und für die weitere Bearbeitung vorbereitet.
Die Handschnitzerei ist nach wie vor ein prägendes Merkmal der Metallkunst in Moradabad. Kunsthandwerker schnitzen kunstvolle florale, geometrische und von der Mogulzeit inspirierte Muster entweder in flache Metallplatten, bevor sie diese formen, oder direkt in gegossene Metalloberflächen. Dieser arbeitsintensive Prozess zeugt von außergewöhnlichem Geschick und Geduld.
Nach dem Schnitzen werden die Metallprodukte gefärbt und veredelt. Die geschnitzten Stellen werden in Behälter mit heißer Farblösung getaucht. Dieses Verfahren verstärkt die Tiefe der Verzierungen und verleiht den Messingwaren ihr charakteristisches antikes und poliertes Aussehen. Je nach Design und Verwendungszweck des Produkts kommen unterschiedliche Färbetechniken zum Einsatz.

Die Metallkunst aus Moradabad spielte eine bedeutende kulturelle Rolle in indischen Haushalten und Zeremonienstätten. Traditionell wurden in Moradabad gefertigte Messinggegenstände bei religiösen Ritualen, Hochzeiten und Festen verwendet. Dekorative Metalllampen, Räuchergefäße und Gebrauchsgegenstände symbolisierten Wohlstand und Reinheit.
Das Kunsthandwerk stärkt zudem das soziale Gefüge von Moradabad, indem es Tausenden von Handwerkerfamilien Arbeit bietet. Es verkörpert kollektives Wissen, Gemeinschaftsidentität und regionalen Stolz, die über Generationen weitergegeben wurden.
Die am 31. März 2014 erteilte Zertifizierung als geografische Angabe (g.g.A.) bestätigte offiziell die Einstufung der Metallhandwerkskunst aus Moradabad als einzigartiges regionales Produkt. Der g.g.A.-Schutz gewährleistet die Authentizität, verhindert den Missbrauch des Namens und sichert den Lebensunterhalt der Kunsthandwerker. Er hilft Käufern weltweit zudem, echte Messingwaren aus Moradabad zu erkennen.
Die Zertifizierung stärkt den Marktwert und fördert den Erhalt traditioneller Methoden anstelle einer massenhaften industriellen Nachahmung.
Heute wird das Metallhandwerk aus Moradabad in zahlreiche Länder exportiert und auf internationalen Ausstellungen präsentiert. Die Verbindung traditioneller Handwerkskunst mit modernen Designadaptionen hat dafür gesorgt, dass das Kunsthandwerk auf den globalen Märkten für Dekoration und Lifestyle relevant geblieben ist.
Trotz der Modernisierung bleiben die historischen Kerntechniken unverändert, wodurch die ursprüngliche Identität des Metallhandwerks von Moradabad bewahrt wird.
Die Metallkunst von Moradabad ist ein lebendiges Zeugnis indischer Metallkunst. Ihr Weg von den Werkstätten der Mogulzeit bis zu den globalen Märkten zeugt von Widerstandsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und kultureller Kontinuität. Die Bewahrung dieses Handwerks ist nicht nur für die wirtschaftliche Nachhaltigkeit, sondern auch für den Schutz des immateriellen Kulturerbes Indiens unerlässlich.
Durch die Förderung des Bewusstseins, den Schutz geografischer Angaben und die Unterstützung von Kunsthandwerkern wird sichergestellt, dass das Metallhandwerk von Moradabad auch für zukünftige Generationen weiterhin glänzt.
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