Navalgund Durries | Handgewebte GI-Teppiche aus Karnataka

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Navalgund Durries | Karnataka Handwoven GI Rugs

Navalgund Durries: Karnatakas handgewebtes Textilerbe

Navalgund-Durries sind traditionelle, handgewebte Teppiche aus Navalgund, einer Stadt im Distrikt Dharwad in Karnataka. Diese exquisiten Durries sind bekannt für ihre geometrischen Muster, Tier- und Vogelmotive sowie ihre lebendigen und dennoch dezenten Farben. Das Handwerk wird seit Jahrhunderten vorwiegend von Kunsthandwerkerinnen ausgeübt, die diese Teppiche zu Hause an traditionellen Webstühlen herstellen.

Die Navalgund-Durries sind aufgrund ihres kulturellen und künstlerischen Wertes ein integraler Bestandteil des textilen Erbes von Karnataka. Sie vereinen Funktionalität mit Kunstfertigkeit und dienen als strapazierfähige Bodenbeläge, während sie gleichzeitig die reiche Webtradition der Gemeinschaft widerspiegeln.

Historischer Hintergrund von Navalgund Durries

Die Tradition des Webens von Navalgund-Durries reicht mehrere Jahrhunderte zurück und entwickelte sich in der Stadt Navalgund zu einem lokalen Handwerk. Über Generationen hinweg verfeinerten die Weberinnen ihre Techniken und schufen Durries, die die natürliche Umgebung, kulturelle Motive und die Volksvorstellung der Region widerspiegeln.

Diese Durries wurden historisch gesehen für funktionale Zwecke gewebt, indem sie Fußböden bedeckten, Häuser schützten und die Inneneinrichtung verschönerten, während sie gleichzeitig als dekorative Elemente dienten, die die lokale Identität symbolisierten.

Navalgund Durries | Handgewebte GI-Teppiche aus Karnataka

Lage und Gemeinschaft

Navalgund liegt im Distrikt Dharwad in Karnataka und ist bekannt für sein traditionelles Kunsthandwerk. Dieses Handwerk wird ausschließlich von Frauen der lokalen Gemeinschaft ausgeübt, die die Webstühle zu Hause bedienen. Der Webprozess sichert nicht nur den Lebensunterhalt, sondern bewahrt auch das über Generationen weitergegebene Wissen.

Die geografische Lage der Stadt und der Zugang zu Baumwolle spielten eine bedeutende Rolle in der Entwicklung dieser Textiltradition. Navalgund ist nach wie vor das Zentrum für die Herstellung und den Vertrieb authentischer Durries.

Materialien und Webtechniken

Navalgund-Durries werden gewebt aus:

  • Kette: Baumwolle mit einer Feinheit von 3/10s, ungebleicht

  • Schuss: Baumwolle, 10er-Garnstärke, 6-fädig

Die Kombination dieser Garne ergibt ein robustes und dennoch weiches Textil, ideal für die Verwendung auf dem Boden. Kunsthandwerker nutzen Handwebstühle in ihren Heimwerkstätten und wenden präzise Techniken an, um Mustersymmetrie und gleichmäßige Textur zu gewährleisten.

Das Weben erfordert traditionelle Fertigkeiten, die mündlich und durch praktische Übung weitergegeben werden. Jede Durrie erfordert Geduld, Liebe zum Detail und die Beherrschung der Stichfolgen, um ausgewogene geometrische Muster und Motive zu erzielen.

Motive und Gestaltungsmuster

Navalgund-Durries sind für ihre unverwechselbaren Motive und Muster bekannt, zu denen Folgendes gehören:

Geometrische Designs

Quadrate, Rauten und Dreiecke sind symmetrisch auf der Oberfläche angeordnet und erzeugen so visuelle Harmonie und eine zeitlose Ästhetik.

Tier- und Vogelmotive

Tiere, Vögel und stilisierte Naturformen sind oft miteinander verwoben und spiegeln das ländliche Leben und die lokale Folklore wider.

Diese Motive steigern nicht nur die visuelle Wirkung, sondern vermitteln auch kulturelle Geschichten. Die Kombination geometrischer und figürlicher Elemente unterscheidet Navalgund-Durries von anderen indischen Bodenteppichen.

Navalgund Durries

Funktionelle und ästhetische Nutzung

Traditionell dienten diese Durries mehreren Zwecken:

  • Bodenbeläge für Komfort und Wärmedämmung

  • Dekorative Elemente zur Verbesserung der Innenraumästhetik

  • Strapazierfähige Haushaltstextilien, geeignet für den täglichen Gebrauch

Trotz ihrer funktionalen Rolle werden Navalgund-Durries aufgrund ihres handwerklichen Charmes weiterhin geschätzt und sind daher eine beliebte Wahl für die moderne Inneneinrichtung.

Registrierung und Anerkennung geografischer Angaben

Navalgund-Durries wurden offiziell als Produkt mit geschützter geografischer Angabe (g.g.A.) anerkannt. Das g.g.A.-Zertifikat wurde am 28. März 2008 ausgestellt und wird vom Entwicklungskommissar (Kunsthandwerk) des Textilministeriums der indischen Regierung verwaltet.

Diese Registrierung bestätigt die Authentizität des Handwerks, bewahrt traditionelle Techniken und schützt die Gemeinschaft vor Nachahmung. Die geografische Angabe (g.g.A.) unterstreicht den Ursprung der Durrie in Navalgund und fördert ihre kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung.

Zeitgenössische Relevanz

In modernen Interieurs werden Navalgund-Durries wegen folgender Eigenschaften geschätzt:

  • Umweltfreundliche und nachhaltige Produktion

  • Einzigartige, handgefertigte Ästhetik

  • Langlebigkeit und Nutzen im Haushalt

Kunsthandwerker erkunden zeitgenössische Farbpaletten und bewahren gleichzeitig traditionelle Muster, wodurch das Handwerk sowohl für Liebhaber des kulturellen Erbes als auch für Enthusiasten zeitgenössischen Designs relevant wird.

Diese Durries finden heute nicht nur in Karnataka, sondern in ganz Indien und auch international ein Zuhause und sind Teil nachhaltiger und ethischer Einrichtungstrends.

Kulturelle und handwerkliche Bedeutung

Navalgund-Durries sind mehr als nur Bodenbeläge, sie sind Kulturgüter. Diese von Frauen gewebten Textilien spiegeln die Identität der Gemeinschaft, die Kontinuität der Volkskunst und das Können der lokalen Kunsthandwerkerinnen wider. Die Bewahrung dieses Handwerks sichert das Fortbestehen des traditionellen Webwissens und die Anerkennung der Kunsthandwerkerinnen für ihren Beitrag.

Karnataka handgewebte GI-Teppiche

Ein bleibendes Vermächtnis

Das Erbe der Navalgund-Durries liegt in ihrer Verbindung von Kunstfertigkeit, Funktionalität und kultureller Erzählkunst. Als geschützte geografische Angabe (GI) stehen sie für das reiche Handwebereierbe Karnatakas und das Engagement der Weberinnen, die diese Tradition durch sorgfältige Handwerkskunst bewahren.

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